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Reise-Impfungen


Reiseimpfungen sind ein Thema, mit dem man sich ungern beschäftigt. 

Keiner geht gern zum Arzt und lässt sich dann auch noch eine oder sogar mehrere Spritzen in den Arm hauen. 

 

Außerdem kann das Ganze eine Menge Geld kosten…

Viel lieber beschäftigt man sich doch vor einer Reise mit Reiseführer-Wälzen oder der Routenplanung - da kommt viel mehr Reisestimmung und Fernweh auf!

 

Warum das Thema Reiseimpfungen aber trotzdem sehr wichtig ist, was du zu den Impfungen wissen musst, an wen du dich wenden solltest und wie du eine Menge Geld dabei sparen kannst, erfährst du hier!


First things first:

Sei rechtzeitig, denn Impfschutz lässt sich nicht von heute auf morgen aufbauen!

Viele Reisende beschäftigen sich viel zu spät mit dem Thema Reiseimpfungen. Wer auf den letzten Drücker zum Arzt geht, könnte zu spät für eine komplette Immunisierung kommen und dann startest du mit einem schlechten Gefühl in deine Reise… das will keiner!

Informiere dich also frühzeitig, da für einige Länder Impfzyklen über mehrere Monate fällig sein könnten.

Warum ist impfen vor der Reise wichtig?

In asiatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Ländern gibt es Krankheitserreger, die in Deutschland und Europa nur sehr selten oder gar nicht vorkommen. Du bist dort also ungeschützt und setzt dich einem gewissen Gesundheitsrisiko aus. Eine Impfung stellt den besten Infektionsschutz dar. Du verhinderst also Erkrankungen bevor sie entstehen.

Hinzu kommt, dass an deinem Zielort die medizinische Versorgung möglicherweise nicht auf dem Level ist, wie in Europa. Deshalb ist es besonders wichtig auf Fernreisen geschützt zu sein!

Manche Impfungen werden vor Einreise in ein Land verlangt. Habt ihr die Impfung nicht könnt ihr im schlimmsten Fall an der Grenze abgewiesen werden. So musst du zum Beispiel bei Einreise nach Tansania eine Gelbfieberimpfung nachweisen, wenn du aus einem Land einreist, in dem die Erkrankung endemisch vorkommt. 

Welche Impfungen gibt es:

Auf Erkrankungen wie Hepatitis B, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten etc. wollen wir hier nicht näher eingehen, da du einen bestehenden Impfschutz auch in Europa haben solltest. Dennoch besteht bei diesen Krankheiten in weniger entwickelten Ländern wie Südostasien oder Afrika ein erhöhtes Infektionsrisiko, also solltest du vor der Reise checken, ob du einen Impfschutz hast oder diesen gegebenenfalls auffrischen.

Impfausweis, Reisemedizin
Ein Blick in den Impfausweis zeigt deinem Arzt gegen welche Krankheiten du schon geschützt bist.

Impfungen für die Fernreise

Hepatitis A: Solltest du haben!

  • ausgelöst durch das Hepatitis-A-Virus
  • Übertragung durch verunreinigte Lebensmittel, mangelnde Hygiene
  • Verbreitung: Weltweites Vorkommen, besonders in Ländern mit geringeren Hygienestandards (Südamerika, Afrika, Asien)
  • Symptome: Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelbsucht
  • Impfung: Nach einer Impfung (als Spritze) wird innerhalb von zwei Wochen ein ca. 95%iger Schutz aufgebaut. Für einen Schutz für 10-15 Jahre sollte nach 6-12 Monaten nochmal geimpft werden
  • Auch eine „last-minute-Impfung“ kurz vor der Reise  kann noch sinnvoll sein!
Marktstand, Fisch
Die Hepatitis A wird vor allem über verunreinigte Lebensmittel übertragen

Typhus: Wenn Du überall essen willst!

  • ausgelöst durch das Bakterium Salmonella typhi
  • Übertragung durch verunreinigtes Trinkwasser, Lebensmittel
  • Verbreitung: Weltweit, Südamerika, Südostasien, Afrika
  • Symptome: Fieber, Bauchschmerzen, Übelkeit, schwere Darmerkrankungen
  • Impfung: 2 Optionen: Entweder eine Schluckimpfung (3 Tabletten, 1./3./5. Tag) - bietet einen Schutz für ca. ein Jahr. Oder eine Injektionsimpfung - bietet einen Schutz für ca. 2-3 Jahre. Beide Optionen haben eine relativ geringe Ansprechrate von 50-80%

Cholera: Wenn du in Krisengebieten hilfst!

  • ausgelöst durch das Bakterium Vibrio cholerae
  • Übertragung meist durch verunreinigtes Trinkwasser oder Lebensmittel
  • Verbreitung: Südamerika, Indien, Südostasien, Afrika
  • Symptome: Schwere Durchfälle, starker Flüssigkeits- und Elektrolytverlust
  • Impfung: 2 Schluckimpfungen im Abstand von 1-6 Wochen
  • Nur bei längeren Aufenthalten unter mangelnden Hygienebedingungen und schlechten Sanitäranlagen empfohlen, da eine Impfung keinen sicheren Schutz bietet

Tollwut: In ländlichen Gebieten mit Kontakt zu Tieren!

  • ausgelöst durch das Tollwut-Virus
  • Übertragung durch Speichelkontakt (Biss oder auch belecken von offenen Hautstellen) eines infizierten Tieres. In 99% der Fälle Hunde, theoretisch auch Fledermäuse, Affen usw.
  • Verbreitung: Risikogebiete sind Indien, China, Südostasien
  • Symptome: Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, Krämpfe bis hin zu Schluckbeschwerden und Lähmungen
  • Impfung: 3 Impfungen: 1./7./21-28. Tag
  • Die Impfung ist bei beruflicher Exposition (z.B. Förster) oder wenn ländliche Gebiete (Wandern, Camping) bereist werden sinnvoll. Nicht nötig bei Pauschaltourismus.
  • Auch nach dem Biss sind bei Geimpften noch 2 Impfungen notwendig. Also trotzdem unbedingt einen Arzt aufsuchen!
  • Ungeimpfte benötigen nach dem Biss Immunglobuline, die es nicht überall gibt!
Affe
In seltenen Fällen können auch Affen das Tollwut-Virus übertragen.

Gelbfieber: In manchen Ländern zur Einreise notwendig!

  • ausgelöst durch das Gelbfieber-Virus
  • Übertragung durch Aedes-Stechmücke in den Tagesstunden
  • Verbreitung: Afrika, Mittel- bis Südamerika
  • Symptome: Fieberschübe, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen schwere Leber- und Nierenerkrankung
  • Impfung: Eine Impfung als Spritze. Der Impfschutz tritt nach ca. 10 Tagen ein
  • Schutz vor Moskitostichen ist in Risikogebieten essentiell (Moskitospray/Moskitonetz/lange Kleidung)
  • Impfung nur bei zugelassenen Impfstellen möglich!

Japanische Enzephalitis: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst!

  • ausgelöst durch das Japanische-Enzephalitis-Virus
  • Übertragung durch Culex-Stechmücken
  • Verbreitung: Risiko vor allem in Asien
  • Symptome: Meist ist die Infektion unbemerkt. In wenigen Fällen Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Eintrübung
  • Impfung: 2 Impfungen als Spritze im Abstand von 4 Wochen

Meningokokken-Meningitis: Wenn du auf Nummer sicher gehen willst!

  • ausgelöst durch Meningokokken-Bakterien
  • Übertragung durch Tröpfcheninfektion
  • Symptome: Hirnhautentzündung mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber
  • Gefahr sich anzustecken ist relativ klein
  • problematisch ist der schnelle Verlauf mit hohem Risiko zu sterben
  • v.a. für Westafrika empfohlen
  • Impfung: Einmalige Injektionsimpfung

Wie kann ich Kosten sparen:

Informiere dich bei deiner Krankenkasse, ob Kosten übernommen werden. Wir haben zum Beispiel mit der Techniker Krankenkassen gute Erfahrungen gemacht. Einfach mal nachfragen. Meist musst du für die Impfkosten in Vorkasse gehen und kannst die Rechnungen dann bei deiner Krankenkasse einreichen. Manchmal kann dein Arzt die Impfkosten auch direkt über die Krankenkasse abrechnen.

 

Alle Infos welche Impfungen für das jeweilige Land nötig sind, bekommst du auf der Website des Auswärtigen Amts

 

Die Angaben dort bilden auch die Grundlage dafür welche Impfungen deine Krankenkasse übernimmt. Das heißt du kannst damit nachweisen, dass die Impfung auch wirklich für dein Reiseziel nötig ist. Es kann auch sein, dass deine Krankenkasse eine Kopie deines Flugtickets verlangt, als Beweis dafür, dass du auch wirklich in das von dir angegebene Land unterwegs bist.

An wen sollte ich mich wenden:

Die meisten Impfungen kannst du dir von deinem Hausarzt verabreichen lassen. Lass dich dabei auf jeden Fall gründlich beraten. Es kann auch sinnvoll sein einen Tropen- und/oder Reisemediziner oder ein Tropeninstitut zu konsultieren, besonders bei längeren Aufenthalten oder speziellen Reisebedingungen.

Hast du noch weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Wir freuen uns über deinen Kommentar!


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