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Der Malawisee - Gefahr durch Bilharziose-Erreger beim Baden?


Der Malawisee in Ost-Afrika lädt mit seinen Sandstränden, glasklarem Wasser und Fischreichtum zum Baden und Schnorcheln ein. Aber halt! Es gibt einen Haken!

Im See kommen Schistosomen (Pärchenegel), die Erreger der Bilharziose, vor.

Aber was ist das überhaupt?

 

Was ihr bei einem Besuch wissen und beachten solltet, erfahrt ihr hier:


Der Malawisee ist der drittgrößte See Afrikas und grenzt an die Länder Tansania, Malawi und Mosambik. Besonders durch seinen Reichtum an Fischarten wie Buntbarsche und andere Aquariumfische hat er sich einen Namen gemacht. 

Leider ist der Malawisee aber auch für andere „Wasserbewohner“ bekannt, die Schistosomen (Pärchenegel), die die Erkrankung Bilharziose hervorrufen.

Die Bilharziose

Die Bilharziose ist eine durch Süßwasser übertragbare Wurminfektion. Über Kot und Urin z.B. vom Menschen gelangen die Eier des Pärchenegels ins Wasser. Als Zwischenwirt dient ihnen hier eine Wasserschnecke. Die von der Schnecke freigesetzten Larven schwimmen frei im Wasser und können die Haut von Schwimmern oder im Wasser watenden Personen durchdringen.

Stark juckende und gerötete Hauterscheinungen vor allem an den Füßen und Knöcheln sind die ersten Reaktionen auf den Kontakt mit den Pärchenegeln.

Mit dem Blutstrom gelangen die Erreger dann in die Lunge und Leber, wo sie sich zu geschlechtsreifen Würmern weiterentwickeln. Die Würmer beginnen nun ihre Eier abzulegen, und zwar 300 bis 3000 pro Tag! Der Körper reagiert darauf mit Fieber, allergischen Reaktionen, Kopf- und Gliederschmerzen.

Mit weiterem Voranschreiten der Erkrankung werden andere Organe wie der Darm, die Blase oder die Milz befallen. Es kann zum Beispiel zu Blutungen aus dem Darm oder der Harnröhre und einer Leberzirrhose kommen.

Malawisee
Das Wasser des Malawisees wirkt einladend, aber sollte man wirklich schwimmen gehen?

Vorkommen

Die Bilharziose kommt im Süßwasser tropischer und subtropischer Gebiete vor. Auch am Malawisee treten immer wieder Fälle von Bilharziose auf.

Besonders in seichtem Wasser an Flussmündungen und an bewachsenen Ufern fühlen sich die Erreger wohl. An Sandstränden, in bewegtem und tieferem Wasser sinkt die Wahrscheinlichkeit der Übertragung.

Aber auch schon der Kontakt mit Spritzwasser kann eine Infektion auslösen. 

Das höchste Risiko einer Erkrankung am Malawisee besteht in dem Gebiet um das Cape MacLear, im Süden des Sees.

Was tun, wenn der Verdacht auf Bilharziose besteht?

Zu allererst: Die Bilharziose ist gut zu behandeln! Unbehandelt kann es allerdings zu schweren Verläufen, bis hin zum Tod, kommen. 

Falls es zu Kontakt mit Süßwasser im Risikogebiet gekommen ist, sollte ein Bilharziosetest (Blutuntersuchung) durchgeführt werden. In späteren Stadien können auch Wurmeier im Stuhl oder Urin festgestellt werden.

Die Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden. Dabei ist das Wurmmittel Praziquantel die erste Wahl.

Vorsorge

Zur Bekämpfung der Bilharziose gibt es einige Programme, die neben der Behandlung von Betroffenen auch auf die Verunreinigung des Süßwassers durch Fäkalien abzielen. 

Impfstoffe sind zur Zeit noch nicht erhältlich.

 

Und jetzt, die wichtigste Frage:

Sollte man im Malawisee baden?

Wir würden es nicht empfehlen. Auch wenn der Malawisee teilweise frei von Bilharziose sein soll, besteht weiterhin das Risiko sich zu infizieren. 

Obwohl das Wasser bei 36 Grad Außentemperatur herrlich erfrischend erscheint, haben wir bei unserem Aufenthalt auf ein Bad im See verzichtet.

Dorf am Malawisee, Tansania
Am tansanischen Ufer des Malawisee gibt es noch viele ursprüngliche Dörfer

Habt ihr schon Erfahrungen am Malawisee gesammelt? Wie seid ihr mit dem Risiko umgegangen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

 

Hast du noch weitere Fragen oder Anregungen zu diesem Artikel? Wir freuen uns über deinen Kommentar!


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